22
März

All U need: User Interface, Usability & User Experience

Ihre Unterschiede und ihre Bedeutung für großartige Apps

Nehmen Sie sich kurz einen Moment Zeit um zu überlegen: Welche App nutzen Sie am liebsten? In welcher Situation? Warum? Und jetzt die Gegenfrage: Wieviele Apps haben Sie im letzten Jahr gleich nach der Installation wieder gelöscht? Und welche App auf Ihrem Handy würden Sie am liebsten löschen, behalten Sie aber zähneknirschend, weil Sie noch keine bessere Alternative gefunden haben?

Die drei ???

Egal, welche Apps Sie vor Ihrem inneren Auge aufgerufen haben: Vermutlich hat Ihre Auswahl etwas mit dem User-Interface (UI), der Usability und der daraus resultierenden User-Experience (UX, z.T. auch als UE abgekürzt) bei der Nutzung der entsprechenden Applikationen zu tun. UI, UX, U-Waaas? Buzzword-Bingo? Ganz und gar nicht. Hinter jedem dieser drei unterschiedlichen Begriffe steckt ein ernstzunehmendes Konzept, das gerade bei der App-Entwicklung von besonderer Bedeutung ist. Je kleiner die Bildschirmoberfläche bei mobilen Endgeräten, desto wichtiger wird ein durchdachtes, nutzerorientiertes Design, das Interaktionen leicht, unkompliziert und verständlich möglich macht und dadurch dem Nutzer hilft, schnell an sein Ziel zu gelangen. Nur dann werden Apps regelmäßig genutzt und tragen zur Zufriedenheit des Kunden bei.

Bei Jamit Labs legen wir deshalb viel Wert auf Gestaltung und Konzeption unserer Apps und Web-Applikationen. Aber was steckt nun hinter diesen drei Begriffen und wie beeinflussen sie die zugrundeliegenden Konzepte, ob wir eine App lieben oder löschen?

User Interface Design

Das User Interface bezeichnet die Schnittstelle, an der Mensch und Software aufeinandertreffen. Bei App oder Web-Anwendungen bezeichnet es also die Nutzeroberfläche, den sichtbaren Teil der Software, der Informationen aufnehmen und ausgeben kann. Die Art und Weise, wie diese Benutzeroberfläche gestaltet ist, bestimmt maßgeblich, wie der Nutzer mit dem Produkt interagiert: Ob er sich leicht zurechtfindet, alle vorhandenen Funktionen entdeckt und vieles mehr. Ein gelungenes UI-Design macht die Nutzung einer Anwendung einfach und effizient – in allen Lebenslagen. Ganz gleich ob abgelenkt oder konzentriert, unterwegs oder zuhause, kurzer oder langer Daumen – jeder Nutzer sollte jederzeit intuitiv und unkompliziert wissen, was zu tun ist, und das auch schnell umsetzen können. Nutzerorientiertes UI-Design lenkt dabei die Aufmerksamkeit, gewährleistet übersichtliche, konsistente Strukturen, lesbare Texte, treffsichere Buttons und visuelles Feedback, um nur ein paar Stichpunkte für graphische UIs zu nennen. Für die Art der Bedienung gibt es inzwischen zahlreiche Varianten, von denen das graphische UI derzeit am verbreitetsten ist.

Usability

So wie das UI-Design eine Kenngröße dafür ist, wie eine App gestaltet ist und es dem Nutzer erlaubt, mit ihr zu interagieren, gibt die Usability Auskunft darüber, wie gut die App funktioniert. Das schönste Werkzeug wird als Gebrauchsgegenstand nutzlos, wenn es seine eigentliche Funktion nicht angemessen erfüllen kann. Das Gleiche gilt für Applikationen. Die Frage ist also: Kann ein Anwender sein Ziel auf sinnvolle Art und Weise erreichen? Stehen Aufwand und Wirkung in einem vernünftigen Verhältnis zueinander? Stellt das Ergebnis den Nutzer zufrieden?

Offiziell spricht man von Usability, im (Bürokraten-)Deutschen auch als Gebrauchstauglichkeit bekannt, wenn:

  • eine Aufgabe effektiv gelöst wird
  • man dabei ein effizientes System verwendet und
  • der Nutzer damit auch zufrieden ist.

Entscheidend für die Usability sind dabei auch die "Sieben Grundsätze der Dialoggestaltung", die fordern, dass die Nutzeroberfläche

  • den Aufgaben angemessen,
  • selbstbeschreibend,
  • erwartungskonform,
  • fehlertolerant,
  • steuerbar,
  • individualisierbar und
  • lernförderlich gestaltet ist.

Aus dieser Auflistung wird deutlich, dass eine ausgezeichnete App den Nutzer nicht nur als idealisiertes Wesen, sondern als Menschen im Blick haben sollte. Fehlermöglichkeiten sollten einerseits selbstbeschreibend und erwartungskonform ausgeschlossen, andererseits von vornherein durch die Konzeption fehlertolerant und lernförderlich aufgefangen werden. Der Nutzer sollte die Software steuerbar nutzen und gleichzeitig individualisierbar seinen persönlichen Vorlieben anpassen können. Nicht zuletzt sollte der Funktionsumfang dem entsprechen, was zur Lösung des von der App adressierten Problems notwendig ist. Alle essentiellen Funktionen sollten gegeben sein, ohne dass unnötige Zusatzufunktionen von der Hauptaufgabe ablenken. Je nachdem, wie gut die genannten Kriterien berücksichtigt wurden, erlebt der User die App als zielführend oder nervenaufreibend: Er liebt sie, oder er löscht sie.

User Experience (UX)

Damit sind wir auch schon bei der vielbeschworenen UX, also dem Nutzererlebnis. Egal wieviel oder wenig Überlegung und Aufwand in einer App stecken: UX entsteht unvermeidlich. Die entscheidende Frage ist: Welche?

Für den Erfolg einer App entscheidet die Qualität des Nutzererlebnisses. Die genaue Definition beschreibt User Experience als

"Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren" (DIN ISO Norm 9241-210)

Somit wird das Nutzererlebnis auch stark durch Gefühle, Vorstellungen und Erwartungen aber auch physiologische Wahrnehmungen und Reaktionen beeinflusst. Auch persönliche Vorlieben, wie z.B. Markenbewusstsein, spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie individuelle Besonderheiten in Form von Gewohnheiten, persönlichen Einstellungen, Erfahrungen, Fähigkeiten, etc. Nicht zuletzt ist der Nutzungskontext ein software-unabhängiger Faktor, der die UX von Situation zu Situation extrem verändern kann: Beispielsweise reagieren gestresste oder sehr zielorientirte Nutzer auf eine Verzögerung schneller verärgert, als jemand, der im Moment der App-Nutzung gerade einfach in den Tag hinein lebt. Entsprechend ist es von Bedeutung, seine Zielgruppe mit ihren Besonderheiten und den jeweiligen Nutzungskontext sehr gut zu kennen. Hierbei können Personas helfen. Sie unterstützen dabei, die genannten weichen Faktoren richtig einzuschätzen und Reaktionen auf die App zu antizipieren.

Von den drei Begriffen User Interface, Usability und User Experience ist die UX der am weitesten gefasste. Das Nutzererlebnis basiert auf dem User Interface Design, das dem Nutzer überhaupt erst die Interaktion mit der Software ermöglicht, und der Usability, die Funktionalität und Systemleistung beschreibt, und erweitert beides um den Faktor Mensch. Folglich ist von Natur aus subjektive User Experience die komplexeste und am schwierigsten zu steuernde Komponente. Für sie ist nicht nur entscheidend, was tatsächlich gegeben ist, sondern auch, wie es im Vorfeld wahrgenommen und rückblickend beurteilt wird.

Die Herausforderung besteht also darin, nicht nur irgendeine, sondern eine herausragende User-Experience zu schaffen, um die eigene Zielgruppe zu begeistern. Genießt der Nutzer den Umgang mit der App, spricht man von Joy of Use. Dafür sollten Look & Feel, also Erscheinungsbild und Handhabung, die Erwartungen erfüllen oder besser noch übertreffen. Bei der großen Konkurrenz in den Stores kann schon die Nachkommastelle in den Bewertungen darüber entscheiden, welche App installiert wird. Und einem negativen ersten Eindruck folgt in der Regel keine zweite Chance, sondern der Deinstallationsprozess.

I need U, U, U

Wie kann man also die User Experience so weit verbessern, dass die Nutzer die App nicht nur installieren, sondern auch möglichst täglich nutzen? Zuerst einmal: Die Grundlagen – User Interface und Usability – optimieren. Ein genaues Bild von seiner Zielgruppe zu haben, ist dafür entscheidend.

Dazu gehört es, sinnvolle Abläufe im Projektmanagement zu etablieren. Einen wesentlichen Vorteil in der App-Entwicklung bietet agile Entwicklung. Sie erlaubt, funktionale Minimalversionen eines Produkts zu releasen und sie anhand der Kundenwünsche weiterzuentwickeln. So stellt man sicher, für seine Zielgruppe - nicht an ihr vorbei - zu programmieren und die gewünschte User Experience zu liefern. Das verkürzt die time to market und spart Entwicklungskosten.

Nicht zuletzt ist es in unserer schnellebigen Welt auch entscheidend, aktuelle Trends im Blick zu haben. Bei Jamit Labs legen wir Wert darauf, immer state of the art zu sein, neue Methoden einzusetzen und zukünftige Entwicklungen so früh wie möglich zu erkennen und zu nutzen. Dadurch können User Experiences geschaffen werden, die Nutzererwartungen übertreffen. Damit die Nutzer unsere Apps lieben.