26
September

Wie finde ich den perfekten Namen für meine App?

App-Store-Optimierung Teil I

Hören Sie lieber die Musik von Stefani Joanne Angelina Germanotta oder von Robert Allen Zimmerman?

Wie? Die kennen Sie nicht? Selbst, wenn Sie wüssten, dass erstere Lady Gaga und letzterer Bob Dylan sind? ;) Und das sind nur zwei Beispiele dafür, welche Bedeutung Namen für Wiedererkennungswert und Erfolg haben. Nomen est Omen.

So weit, so gut. Sie suchen also nichts weniger, als den perfekten Namen für Ihre App. Aber woher nimmt man die Ideen? Da gibt es doch bestimmt schon einen raffinierten Algorithmus. Warum also nicht einfach eine Webseite wie Panabee zu Rate ziehen? Panabee verspricht, Namen für Domains, Apps und Firmen zu generieren. Versuch macht klug, also: App mit zwei Worten beschreiben. Hm. Beispiel: Kinder turnen. Vorschlag von Panabee: „tinder“. Hmmm...

Nun gut, der Name ist kurz, eingängig und leicht zu merken. ABER: Einzigartig ist er nicht. In fact würde man schon mit dem Versuch, diesen Namen zu verwenden, einen Rechtsstreit heraufbeschwören. Und, seien wir mal ehrlich: Im Deutschen bestünde nur wenig Zusammenhang zwischen der Funktion einer App, die Kinder zum Sport machen animiert, und dem Namen „tinder“. Auf Englisch… Nun ja, lassen wir das. Die weiteren Vorschläge der Webseite können wir getrost und kommentarlos ignorieren - wenn man nicht die beiden Worte, die man sich zuvor selbst überlegt hat, um die App zu beschreiben, unverändert übernehmen möchte. Aber dafür braucht man keinen Namensgenerator.

Dennoch, mit diesem kurzen Experiment wären wir schon mitten in der Materie. Was haben wir herausgefunden? Ein guter App-Name muss eine ganze Reihe an Kriterien erfüllen:

Checkliste für die Namensgebung

  • Er muss kurz sein. Schon allein wegen der Vorgaben der App-Stores, aber auch wegen der Optik. Niemand will einen unfreiwillig gekürzten App-Namen erraten. Einfacher Test: Wenn Sie einen Ordner auf Ihrem Desktop mit dem gewünschten App-Namen erstellen und Sie sehen einen Zeilenumbruch, dann ist der Name zu lang.
  • Er muss prägnant sein. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und potentielle Nutzer geben einer App nur ein paar Sekunden, ehe sie entscheiden, ob sie weiterlesen oder doch lieber weiterscrollen. In diesen wenigen Sekunden muss klar werden, ob die App das Problem des Users löst, oder nicht. Hierfür ist ein Bezug des App-Namens zum naheliegendsten Suchbegriff hilfreich. Bewährt haben sich hierfür einfache Begriffe und lexikalische Kombinationen, die leicht zu lesen, auszusprechen und zu schreiben sind. Selbstverständlich sind URL-sichere Zeichen ein Muss. Vorsicht vor Kunstwörtern! Sie schaffen oft mehr Verwirrung als Klarheit und senken dadurch die Download-Rate.
  • Er muss einzigartig sein. Wie das Beispiel von oben zeigt, kann man sich mit einem geklauten Namen ganz schnell unbeliebt machen. Nicht zu vergessen, dass man sich damit auch selbst das Leben schwer macht, weil Verwechslungen vorprogrammiert sind - und die relevanten URLs wahrscheinlich auch schon vergeben. Daher unbedingt testen, ob es bereits ähnlich lautende Firmennamen gibt oder man anderweitig Markenrechte verletzen könnte! Sobald man diesbezüglich grünes Licht hat, kann man den Namen - sofern er nicht nur rein deskriptiv ist - in den Zielmärkten als Marke anmelden oder sich gegebenenfalls auch auf den Schutz des „Werkstitels“ verlassen.
  • Apropos Zielmärkte: Soll das Produkt jemals auch international vertrieben werden, muss der App-Name internationalisierbar sein. Sie wollen Ihren Wiedererkennungswert nicht durch unterschiedliche Namen schmälern. Wichtig hierbei: Bitten Sie Muttersprachler der Zielländer, Ihren App-Namen zu bewerten! Insbesondere sollten Sie sicher gehen, dass negative Nebenbedeutungen und Assoziationen ausgeschlossen sind. Womit wir wieder bei unserem Beispiel von oben wären…

Übrigens: Die Mehrzahl aller Suchanfragen fragt App-Funktionen ab. Firmennamen sind - wenn Sie nicht zu den wirklichen Big Playern im Markt gehören - irrelevant. Entsprechend gehört ihr Firmenname ausschließlich in die Kategorie des Entwicklers. Den beschreibenden Claim von maximal 30 Zeichen, den Sie ihrer App im Play Store noch hinzufügen dürfen, sollten Sie dementsprechend der Keyword-Optimierung vorbehalten.

Fazit:

Fassen Sie sich kurz, formulieren Sie prägnant, seien Sie einzigartig, denken Sie international und: Nehmen Sie sich genug Zeit, selbst kreativ zu werden!

Last but not least: Die Richtlinien für den Apple App Store und den Google Play Store werden immer wieder angepasst. Nehmen Sie sich genug Zeit, sich mit den aktuellen Vorgaben auseinanderzusetzen, damit ihre App nicht an dieser Hürde scheitert - oder beauftragen Sie uns, Sie beim Marketing zu unterstützen! Wir sind gerne für Sie da.