28
März

Welche Off-Page-Faktoren sollte ich tracken?

App-Store-Optimierung - Teil VIII

"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Diese Weisheit gilt auch bei der App Store Optimization. In den App Stores lässt sich vieles direkt beeinflussen: Name, Icon, Description, Screenshots, Keywords... Diese sogenannten On-Page-Faktoren sind relativ leicht änderbar. Schließlich handelt es sich um Einstellungen direkt auf der Produktseite der App.

Schwieriger wird es bei ihrem Gegenstück, den Off-Page-Faktoren. Sie reflektieren das Nutzerverhalten und lassen sich nur indirekt steuern, insbesondere durch die Qualität der App. Entsprechend zählen sie zu den Key Performance Indicators (KPI), die Aussagen über den Erfolg einer App geben können. Mit ihrer Hilfe lassen sich wichtige Informationen gewinnen: Wie überzeugend ist meine App Store Präsenz? Wie (häufig) interagieren die Nutzer mit der App? Und: Rentiert sich meine Geschäftsidee?

Zum Glück gibt es Online-Dienste wie SensorTower, MobileAction oder AppTweak, die diese Informationen messen und sichtbar machen. Um stets informiert zu sein, wie gut sich ihre App aktuell macht, empfiehlt es sich, folgende Faktoren im Blick zu behalten:

Installationsraten

  • All Time Downloads zählt, wie oft die App seit Erscheinen heruntergeladen und installiert wurde.
  • Uninstallment Rate registriert, wie oft die App von Nutzern wieder deinstalliert wurde. Relevant für das Rating im Google Play Store.
  • Organic Installation bezeichnet die Anzahl aller Installationen, die nicht durch Klicks auf Werbelinks zustande gekommen sind - also durch unpaid traffic.
  • Paid Installation ist das Gegenteil von Organic Installation: Hierbei fallen Kosten für Advertisement an. Dafür ist eindeutig, wie der User auf die App aufmerksam geworden ist.

Nutzungsverhalten (User Engagement & User Retention)

  • Session per User: Bezeichnet die durchschnittliche Anzahl der Sessions pro aktivem Nutzer. Je nach Fokus vergleicht man die Anzahl der Sessions pro Tag, Woche oder Monat.
  • Avg Session Duration nennt sich die logische Ergänzung zur Session per User: Wenn man weiß, wie oft ein Nutzer eine bestimmte App aufruft, will man auch wissen, wie lange die durchschnittliche Session dauert. Das gibt Hinweise auf die Nutzungsintensität.
  • Active Users bezeichnet die Anzahl der Nutzer, die im gewählten Zeitraum die App mindestens einmal geöffnet haben.

Werbekosten und Effektivität

  • Customer Acquisition Cost (CAC) errechnet, wie hoch die Werbekosten für eine bestimmte Aktivierung - wie z.B. den Erstkauf oder Abschluss eines Abos - sind. Dafür teilt es die entstandenen Kosten durch die Anzahl aller gewünschten Aktivierungen.
  • Cost per Install (CPI) macht quasi das gleiche wie CAC, nur dass alle Installationen gezählt werden - ganz gleich ob kostenpflichtig oder nicht.
  • Conversion Rate ergänzt den CAC und CPI um die Effektivität des Traffics: Wieviel Prozent der Besucher im App oder Play Store laden die App tatsächlich herunter? Wie oft wird ein App-Screen besucht, bis ein In-App-Kauf zustande kommt?

Einnahmen und Gewinn

  • Customer Lifetime Value (CLTV) besagt, wieviel Umsatz ein Kunde über die gesamte Nutzungsdauer der App generiert.
  • Ad-Spend vs. Revenue stellt die Werbekosten einer App ihrem Nutzen (= generierten Umsatz) gegenüber. Dabei unterscheidet man zwischen zahlenden Nutzern - Average Revenue per paying User (ARPPU) - und Nutzern im allgemeinen: Average Revenue per User (ARPU).

Zur Auswertung

Stellt man fest, dass eine bestimmte Werbekampagne oder bestimmte Keywords besonders gut funktionieren, kann man sie verstärken. Bei Unregelmäßigkeiten im Nutzerverhalten oder den Downloadzahlen, empfiehlt sich ein Blick in die Bewertungen - optimal wäre es, diese stets im Blick zu behalten. Stehen Appentwicklungs-Aufwand und Gewinn in keinem Verhältnis zueinander, gilt es, den eigenen Business-Plan zu überprüfen und vielleicht auf eine andere Monetarisierungsstrategie umzusteigen.. Ist die Conversion Rate zu niedrig, sollten Sie vielleicht die On-Page-Faktoren genauer unter die Lupe nehmen. Egal, ob es hakt oder gut läuft: die genannten KPIs geben erste Hinweise, die Sie für den Erfolg Ihrer App nutzen sollten. Keine Zeit oder Mitarbeiter dafür? Sprechen Sie uns an!